Gottesdienste am Sonntag in der Heilig-Geist-Kirche
am 1. und 3. Sonntag im Monat um 10.30 Uhr
Slowenische Katholische Gemeinde „Hl. Dominic Savio”
Die Slowenische Katholische Gemeinde erfüllt ihrerseits in
ihrem Bau (Struktur) und in ihrer bisherigen Tätigkeit größtenteils
schon alle Zeit ihres Bestehens die Voraus- setzungen, die sich
die neue Ordnung der pastoralen Tätigkeit in unserer hiesigen
Diözese stellt. Sie war bereits bisher als eine Ganzheit und
in ihren geographischen und inhaltlichen Teilen allseits lebhaft
und lebendig in die Tätigkeit der örtlichen Kirche auf
dem Terrain eingegliedert – und ebenso auch in die Tätigkeit
anderer Landes- und Gemeindestrukturen.
Unsere Gemeinde ist im Hinblick auf die Gegebenheiten auf dem Terrain,
die sie bis- her berücksichtigen musste und die sie selbstverständlich
auch weiterhin berück- sichtigen wird, auf zwei verhältnismäßig
selbständig funktionierende Einheiten ge- gliedert: auf den
Ravensburger und den Ulmer Teil. Jede dieser beiden Einheiten ist
auf ihrem Gebiet schon jetzt als eine besondere pastorale Gesamtheit
(Pfarrei) tätig und in ihren eigenen territorialen Arbeitskreis
eingegliedert. In der Zukunft kann alles, was den beiden erwähnten
Einheiten gemeinsam ist, erhalten bleiben, ausge- prägter aber
wird sich die Selbständigkeit jeder der beiden Einheiten in
der kon- kreten Umwelt entwickeln müssen, insbesondere im Hinblick
auf die Anerkennung und Annahme von Seiten der einheimischen Kirchenstrukturen.
Auf dem Gebiet der hiesigen Slowenischen Katholischen Gemeinde
sind wir Slowe- nen, verstreut wohnhaft und daher unverwöhnt
und anpassungsfähig sowie an das Überwinden größerer
Entfernungen gewöhnt. Trotzdem haben wir schon bisher viel-
seitig mit den örtlichen Einheiten der Kirche in unserer Diözese
zusammengearbeitet – überall dort, wo ihre Tätigkeit
und Zusammenarbeit willkommen waren und möch- ten dieses Niveau
in der Zukunft erhalten, beziehungsweise noch weiter entfalten.
Wir Mitglieder der hiesigen Slowenischen Katholischen Gemeinde,
sind uns deutlich aller personalen, finanziellen und zahlreicher
anderer Schwierigkeiten bewusst, die unserer hiesigen Teilkirche
in der letzten Zeit zu schaffen machen, doch möchten wir –
trotz der bewussten, solidarischen und disziplinierten Absage an
alles, was nicht wesentlich ist – dasjenige erhalten und bewahren,
was für unser normales mensch- liches und christliches Bestehen
unumgänglich und notwendig ist. Aus der alltäg- lichen
Lebenspraxis wissen wir nämlich, dass sich in eine neue Umwelt
nur derjenige richtig und erfolgreich integrieren kann, der sich
nicht bequem, passiv und nach Prinzip des kleinsten Widerstandes
(das heißt sündhaft!) der Assimilation ergeben hatte.
Ein „Assimilant“ ist immer eine schwache, unverlässliche
und schwankende Person, und jeden Augenblick in jeder Hinsicht unberechenbar,
die weder als unter- gebene Arbeitskraft noch als statistischer
Posten „von Nutzen“ und daher eigentlich für jede
Art normaler menschlicher Integration unfähig ist. Integrieren
kann sich nur derjenige, der in diese Integration etwas mitbringt,
und nur derjenige kann etwas mitbringen, der etwas hat, und nur
derjenige kann wieder etwas haben, der das- jenige, was er besitzt,
nicht wegwirft und vernichtet, sondern in seiner Treue aufbe- wahrt
und je nach Möglichkeit sogar weiter entwickelt.
Die Slowenische Katholische Gemeinde wird dankbar sein, wenn sie
in den neuen organisatorischen Gegebenheiten – mit der Rücksicht
auf alle dringenden Verände- rungen, die die Zeit allen Katholiken
unserer hiesigen Diözese auferlegt – in der Lage sein
wird, ihre grundlegende Aufgabe zu erfüllen: Sich um die religiöse,
kultu- relle und soziale (und somit natürlich allgemein menschliche)
Kostbarkeit der Slo- wenen auf ihrem Gebiet zu kümmern. Damit
wird sie auch positiv auf die ent- sprechende Integration der Slowenen
in ihre Umwelt wirken können, in welcher diese Slowenen arbeiten
und leben, und noch weiter positiv die Gestalt unserer gesamten
(gemeinsamen) hiesigen Gesellschaft beeinflussen können –
auch und insbesondere im kirchlichen Sinne.
Dr. Marco Dvorak
---
Zurück zur Übersicht
|